Heute haben wir das Schiff in sein Winterquartier im Fischereihafen verholt. War keine angenehme Fahrt - weil uns Hagel und Regen begleitet haben. Festgemacht haben wir dann aber wieder bei schönstem Sonnenschein.

Die Santa Barbara Anna verlässt den Sommerliegeplatz im Rostocker Stadthafen für dieses Jahr.

Rückblick

In der abgelaufenen Saison sind wir 3154 Seemeilen gefahren. Darunter waren

  • 3 Ausbildungstörns zu Saisonbeginn
  • ca. 25 einzelne Törns in den heimatlichen Gewässern vor Warnemünde, davon mehrere mit Rostocker Schulklassen
  • Teilnahmen an maritimen Großveranstaltungen wie Hanse Sail, Kieler Woche oder Sail Gdánsk
  • 4 Einsätze als schwimmende Bühne der Warnemünder Port Parties
  • die Umrundung der dänischen Insel Seeland mit Besuchen in Kopenhagen und Rostocks Partnerstadt Aarhus als Saisonabschluss

Wir blicken aber nicht nur stolz auf eine erfolgreiche Segelsaison zurück, sondern auch tatendurstig auf eine arbeitsreiche Wintersaison voraus!

Ausblick

Wie man auf den Bildern sehen kann, haben wir in den letzten Wochen schon alle Segel und das laufende Gut abgenommen. Sieht richtig nackt aus! Dabei haben wir die Rahen und Stengen kontrolliert - das Holz sieht noch gut aus, keine Reparaturen notwendig. Konserviert wurde das Holz bereits ebenfalls.

An anderer Stelle muss in den nächsten Monaten dagegen schon Hand angelegt werden. Dafür fand letztes Wochenende eine Planungsrunde von Vorstand und Schiffsführung statt. Größtes Sorgenkind ist momentan der hölzerne Decksbelag. Eigentlich müsste er komplett ersetzt werden - aber bei veranschlagten Kosten in sechsstelliger Höhe werden wir doch nach bestem Wissen und Gewissen ausbessern müssen. Ansonsten stehen viele kleinere Investitionen an, die nicht unbedingt nach Seefahrtsromantik klingen: Sanitärarmaturen, Stühle für die große Messe, Außenbeleuchtung...

Wie jeden Winter muss viel an den Motoren gemacht werden, um diese Zeitzeugnisse bei Laune zu halten und für die nächste Saison fit zu machen. Ausgiebige Farbarbeiten sind ebenso fällig, keine Frage. Dazu die jährlichen Testate für die Funkanlage, das Trinkwassersystem und die Bordapotheke. Nicht zu vergessen die Kompass-Kompensation. Alles in allem viel zu tun und viel zu bezahlen. Und Rückstellungen für den nächsten planmäßigen Werftaufenthalt 2020 müssen auch schon gebildet werden.

Außerdem steht (schon wieder!) die Erneuerung des Schiffssicherheitszeugnisses an – wegen der schwebenden Neufassung der Sicherheitsrichtlinie erhält man das ja leider nur noch für 2 statt 5 Jahre. Die neue Richtlinie soll nach heutigem Stand übrigens Anfang 2018 in Kraft treten. Wie die Handhabung in der Praxis aussehen wird, ist allerdings immer noch ungewiss. Denn nach Verabschiedung der Verordnung muss die Dienststelle für Schiffssicherheit im Bundesverkehrsministerium sogenannte Durchführungsbestimmungen erlassen. Die tatsächlichen Auswirkungen auf unsere Vereinsarbeit und den Schiffsbetrieb können wir also nach wie vor bestenfalls erahnen.

Aber natürlich sind wir guter Dinge, im nächsten Frühjahr Mitsegler und Gäste wieder auf einem tollen Schiff begrüßen zu können!

 
f t g